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:'''13. Januar''' - Herzog Johann Wilhelm verfügt, dass für Altenkirchen allein ein lutherischer Schulmeister zu bestellen sei, der sowohl lutherische als auch reformierte Kinder zu unterrichten habe. Als daraufhin die Reformierten ihre Kinder nicht mehr zur Schule schicken, konfisziert die Regierung 18 Häuser und 12 Stück Vieh. Später gesteht man der reformierten Gemeinde aufgrund ihres beherrschenden Einflusses in der Stadt doch noch einen eigenen Schulmeister zu. ([[Menk 1983]], S. 213f.) (ak) | :'''13. Januar''' - Herzog Johann Wilhelm verfügt, dass für Altenkirchen allein ein lutherischer Schulmeister zu bestellen sei, der sowohl lutherische als auch reformierte Kinder zu unterrichten habe. Als daraufhin die Reformierten ihre Kinder nicht mehr zur Schule schicken, konfisziert die Regierung 18 Häuser und 12 Stück Vieh. Später gesteht man der reformierten Gemeinde aufgrund ihres beherrschenden Einflusses in der Stadt doch noch einen eigenen Schulmeister zu. ([[Menk 1983]], S. 213f.) (ak) | ||
:'''22. Januar''' - Das Amt Altenkirchen muss 1600 Rheinische Taler als "Heurathsgeld" für die Begleichung der Kosten der Heirat der Tochter der Landesherrin, Friederica, mit dem Herzog von Sachsen-Weissenfels aufbringen ([[Groh 1965]], S.103) (eb) | :'''22. Januar''' - Das Amt Altenkirchen muss 1600 Rheinische Taler als "Heurathsgeld" für die Begleichung der Kosten der Heirat der Tochter der Landesherrin, Friederica, mit dem Herzog von Sachsen-Weissenfels aufbringen ([[Groh 1965]], S.103) (eb) - Betrifft die Heirat der jüngeren Schwester des Landesherrn. Dieser hatte sich in einem Vertrag von 1699 gegenüber seiner Mutter Johannetta verpflichtet, die Mitgift in Höhe von 40.000 Tlr. überwiegend zu übernehmen (Mitt. Hans-Peter Koppe, Berlin). (ak) | ||
:'''2. September''' - Eine Sachsen-Eisenachsche Verordnung zum Verbot der Häuserverteilung wird erlassen. (Text abgedruckt bei [[Scotti 1836]], S.637-38) ([[Hertel 1829]], S.170) (eb) | :'''2. September''' - Eine Sachsen-Eisenachsche Verordnung zum Verbot der Häuserverteilung wird erlassen. (Text abgedruckt bei [[Scotti 1836]], S.637-38) ([[Hertel 1829]], S.170) (eb) | ||
:'''28. September''' - Mit dem Tod der Herzogin Johannetta treten die Bestimmungen des Testaments von 1685 in Kraft. ([[Groß 1749]], S. 555) Vgl. auch [[Meder 1701]]. (eb) | :'''28. September''' - Mit dem Tod der Herzogin Johannetta treten die Bestimmungen des Testaments von 1685 in Kraft. ([[Groß 1749]], S. 555) Vgl. auch [[Meder 1701]]. (eb) - Der Tod der Herzogin gibt Anlass zu einer näheren Betrachtung der genealogischen Verhältnisse und der Ansprüche auf die Grafschaft Sayn (Historische REMARQUES über die neuesten Sachen in Europa, 42. Woche, 18.10.1701, S. 334-336). | ||
:'''16. Dezember''' - Der Landesherr erlässt eine Medizinal- und Apothekerordnung. ([[Sachse 1824]] S. 86) (eb) | :'''16. Dezember''' - Der Landesherr erlässt eine Medizinal- und Apothekerordnung. ([[Sachse 1824]] S. 86) (eb) | ||
==1702== | ==1702== | ||
:* | :* In Gotha wird ein Golddukaten geprägt. ([[Schön 2008a]] S. 890, Nr. 10) (eb) - Wohl für "Gnadenverehrungen" und zum 5-jährigen Hochzeitstag der Herzogin (Mitt. Hans-Peter Koppe, Berlin). (ak) | ||
:* Die Neugründung der Lateinschule unter lutherischer Leitung - die Einrichtung war 1605 als "Flaggschiff" der "Zweiten Reformation" geschaffen worden - markiert einen wichtigen Schritt in der Schmälerung des reformierten Einflusses in Altenkirchen ([[Menk 1983]], S. 214). (ak) - Johann Henrich Reusch (* um 1675 Freusburg), Pfarrer in Hilgenroth, wird Präzeptor der lateinischen Schule (bis 1708). ([[Sinemus 1933]], S.63) (eb) | :* Die Neugründung der Lateinschule unter lutherischer Leitung - die Einrichtung war 1605 als "Flaggschiff" der "Zweiten Reformation" geschaffen worden - markiert einen wichtigen Schritt in der Schmälerung des reformierten Einflusses in Altenkirchen ([[Menk 1983]], S. 214). (ak) - Johann Henrich Reusch (* um 1675 Freusburg), Pfarrer in Hilgenroth, wird Präzeptor der lateinischen Schule (bis 1708). ([[Sinemus 1933]], S.63) (eb) | ||
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:* Seit 1706 sind zwei Wächter in der Stadt beschäftigt, die im Winter um 9 Uhr und im Sommer um 10 Uhr vor den bestehenden Gaststätten die Stunde abrufen. ([[Rausch 1921]], S. 55-56). (sts) | :* Seit 1706 sind zwei Wächter in der Stadt beschäftigt, die im Winter um 9 Uhr und im Sommer um 10 Uhr vor den bestehenden Gaststätten die Stunde abrufen. ([[Rausch 1921]], S. 55-56). (sts) | ||
:* Bis 1722 gibt es wiederholte Besuche von Herzog Johann Wilhelm und seiner Familie im Schloss. ([[Sayn 1987]], II, S.186) | :* Bis 1722 gibt es wiederholte Besuche von Herzog Johann Wilhelm und seiner Familie im Schloss. ([[Sayn 1987]], II, S.186) (eb) | ||
:'''9. Januar''' - Dem Herzogspaar wird als sechstes Kind Carl Wilhelm geboren. Es stirbt am 21. Februar. ([[Reinhard 1776]], 14. Stammtafel) (eb) | :'''9. Januar''' - Dem Herzogspaar wird als sechstes Kind Carl Wilhelm geboren. Es stirbt am 21. Februar. ([[Reinhard 1776]], 14. Stammtafel) (eb) | ||
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:'''23. Januar''' - Es ergeht eine Sachsen-Eisenachsche Verordnung, die die von 1705 auch gegen Zigeuner, Landstreicher und Vagabunden wie Bärenführer, Seiltänzer, Gaukler und Marionettenspieler verschärft. Sie sollen festgenommen werden. (Text abgedruckt bei [[Scotti 1836]], S.647-48.) ([[Vierbuchen 1978]], S.180) (eb) | :'''23. Januar''' - Es ergeht eine Sachsen-Eisenachsche Verordnung, die die von 1705 auch gegen Zigeuner, Landstreicher und Vagabunden wie Bärenführer, Seiltänzer, Gaukler und Marionettenspieler verschärft. Sie sollen festgenommen werden. (Text abgedruckt bei [[Scotti 1836]], S.647-48.) ([[Vierbuchen 1978]], S.180) (eb) | ||
:'''3. Februar''' - Es wird eine Anordnung erlassen, im Fall der Tollwut alle überschüssigen, vor allem alte und streunende Hunde zu töten. (Text abgedruckt bei [[Scotti 1836]], S.648-49.) | :'''3. Februar''' - Es wird eine Anordnung erlassen, im Fall der Tollwut alle überschüssigen, vor allem alte und streunende Hunde zu töten. (Text abgedruckt bei [[Scotti 1836]], S.648-49.) (eb) | ||
:'''14. Februar''' - Eine Sachsen-Eisenachsche Verordnung legt fest, dass eine Hochzeitsfeier nur bis 22 Uhr am Hochzeitstag dauern darf. ([[Hertel 1829]], S.171) (eb) | :'''14. Februar''' - Eine Sachsen-Eisenachsche Verordnung legt fest, dass eine Hochzeitsfeier nur bis 22 Uhr am Hochzeitstag dauern darf. ([[Hertel 1829]], S.171) (eb) | ||
:'''19. August''' - Die dritte Ehefrau des Herzogs bringt ihr erstes Kind Johanna Magdalena Sophia zur Welt. Es stirbt am 26. Februar 1711, drei Tage nach dem jüngsten Halbbruder aus der zweiten Ehe des Vaters. ([[Reinhard 1776]], 14. Stammtafel)(eb) | :'''19. August''' - Die dritte Ehefrau des Herzogs bringt ihr erstes Kind Johanna Magdalena Sophia zur Welt. Es stirbt am 26. Februar 1711, drei Tage nach dem jüngsten Halbbruder aus der zweiten Ehe des Vaters. ([[Reinhard 1776]], 14. Stammtafel) (eb) | ||
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:* In der Münzstätte Eisenach werden 5 Silbermünzen geprägt. Sie tragen die Nennwerte 3 Heller, 3 Gutepfennig, 6 Gutepfennig, 1/24 Taler und 1/12 Taler. ([[Schön 2008a]], S. 890, Nr. 11-15) (eb) | :* In der Münzstätte Eisenach werden 5 Silbermünzen geprägt. Sie tragen die Nennwerte 3 Heller, 3 Gutepfennig, 6 Gutepfennig, 1/24 Taler und 1/12 Taler. ([[Schön 2008a]], S. 890, Nr. 11-15) (eb) - Überdies erscheint ein 2 Pfennig-Stück, 2 leichte Pfennige entsprechen den 3 Heller-Stücken (Mitt. Hans-Peter Koppe, Berlin). (ak) | ||
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==1717== | ==1717== | ||
:* In der Münzstätte Eisenach werden acht Münzen geprägt, darunter 2 Kupfermünzen zu einenm Heller, sechs Silbermünzen, eine zu 3 Gutepfennig, eine zu 6 Gutepfennig, 1/24 Taler, 1/12 Taler und zwei Gedenkmünzen zum 200. Jahrestag der Reformation zu einem und zwei Gutegroschen. ([[Schön 2008a]], S. 891, Nr. 18-19, 21-22, 25-26, 29-30) (eb) | :* In der Münzstätte Eisenach werden acht Münzen geprägt, darunter 2 Kupfermünzen zu einenm Heller, sechs Silbermünzen, eine zu 3 Gutepfennig, eine zu 6 Gutepfennig, 1/24 Taler, 1/12 Taler und zwei Gedenkmünzen zum 200. Jahrestag der Reformation zu einem und zwei Gutegroschen. ([[Schön 2008a]], S. 891, Nr. 18-19, 21-22, 25-26, 29-30) (eb) - Es werden acht weitere Medaillen auf die Reformation geprägt (2 städtische, 3 herzogliche in Eisenach, 3 in Gotha) (Mitt. Hans-Peter Koppe, Berlin). (ak) | ||
:'''29. April''' - Ein Privileg einer Apothekenlizenz für den Apotheker Christoph Friedrich Scharff in Altenkirchen wird durch Herzog Johann Wilhelm zu Sachsen-Eisenach erteilt. ([[Bürger 1963]], S.49) (eb) | :'''29. April''' - Ein Privileg einer Apothekenlizenz für den Apotheker Christoph Friedrich Scharff in Altenkirchen wird durch Herzog Johann Wilhelm zu Sachsen-Eisenach erteilt. ([[Bürger 1963]], S.49) (eb) | ||
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==1719== | ==1719== | ||
:* Es erscheint eine Kampfschrift der lutherischen Gläubigen als Antwort auf die Schrift der reformierten Gläubigen. ([[Kurtzer Beweiß 1719]]) | :* Es erscheint eine Kampfschrift der lutherischen Gläubigen als Antwort auf die Schrift der reformierten Gläubigen. ([[Kurtzer Beweiß 1719]]) (eb) | ||
:* Graf Johann Wilhelm verfügt, dass alle Kinder von 7 bis 14 Jahren zur Schule zu schicken sind. ([[RZ]], 24.7.1972) (eb) | :* Graf Johann Wilhelm verfügt, dass alle Kinder von 7 bis 14 Jahren zur Schule zu schicken sind. ([[RZ]], 24.7.1972) (eb) | ||
:'''3. Februar''' - Der Landesherr ordnet an, dass bei Neuverpachtung der bisherige zeitlich befristete Pachtvertrag in ein | :'''3. Februar''' - Der Landesherr ordnet an, dass bei Neuverpachtung einer Mühle der bisherige zeitlich befristete Pachtvertrag in ein Erbpachtverhältnis unzuwandeln ist. So konnten die Müllerfamilien ihre Existenz langfristig sichern. ([[Schneider 2015]], S.227) (eb) | ||
:'''22. Juli''' - (Schul-)Inspektor Biedermann legt einen Inspektionsbericht vor. ([[Viehmeyer 1959.2]], S.19-20) (eb) | :'''22. Juli''' - (Schul-)Inspektor Biedermann legt einen Inspektionsbericht vor. ([[Viehmeyer 1959.2]], S.19-20) (eb) | ||
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